Die Führung wurde von Karsten Dierks gestaltet, der mit großer Eindringlichkeit und Einfühlsamkeit durch das Gelände leitete.
Während des Rundgangs vermittelte Herr Dierks nicht nur historische Fakten, sondern ermöglichte auch einen emotionalen Zugang zur Geschichte des Ortes. An den zentralen Stationen – darunter der Appellplatz, die Barackenreste, das Krematorium und das sogenannte „Tal des Todes“ – machte er deutlich, unter welch menschenverachtenden Bedingungen die Häftlinge leben und arbeiten mussten.
Der Unterkurs stellte interessiert viele Fragen, die Herr Dierks sachkundig beantwortete. Dabei machte er deutlich, dass das Wachpersonal die Grausamkeiten durchaus hätte abmildern können, ohne negative Konsequenzen befürchten zu müssen. Er veranschaulichte dies anhand zweier Beispiele von Ärzten, die mit der Behandlung der Häftlinge ganz unterschiedlich umgingen. Einer der Mediziner bemühte sich um eine menschliche Versorgung der Patienten, der andere quälte diese und führte Versuche an ihnen durch, die zum Tode führten.
Um den Unterkurs einen tieferen Zugang zu den Schicksalen der einzelnen Häftlinge zu ermöglichen, stellte Herr Dierks die Aufgabe, sich intensiv mit der Biografie eines Häftlings zu beschäftigen. Die Bilder der einzelnen Häftlinge waren in der ehemaligen Wäscherei ausgestellt. Im Anschluss tauschten sich die Schüler*innen über deren Lebensgeschichte aus.
Der Besuch hinterließ bei allen Teilnehmenden einen bleibenden Eindruck. Die Verbindung zwischen Vergangenheit und heutiger Verantwortung wurde deutlich und regte zur kritischen Reflexion des eigenen beruflichen Handelns an.


